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Teamkohäsion und moralische Stabilität in Gefechtssituationen

von Anna Friedrich Einleitung Das Führen von Kriegen beruht darauf, dass sich Menschen zu militärischen Verbänden zusammenschließen (oder zusammenschließen lassen) und bereit sind, sich dem bewaffneten Konflikt mit einem Gegner zu stellen – selbst unter Inkaufnahme des eigenen Todes. Doch worauf gründet diese Bereitschaft, ein derartiges Risiko einzugehen? Und wie entsteht Zusammenhalt in der Armee, sowie zwischen und innerhalb der Truppen? Moral ≠ Moral Der Begriff “Moral” kann zweierlei Bedeutung haben, die es zunächst abzugrenzen gilt. Moral kann einerseits im Sinne der Einsatzmotivation (oder Arbeitsmoral, Kampfmoral etc.) verstanden werden. Der Begriff beschreibt also, zu welchem Ausmaß Einsatzkräfte bereit sind, Befehle auszuführen und gefährliche oder auch monotone Aufträge durchzuführen (Cibulka, 2010).  Weiterhin kann sich “Moral” auch auf das ethische Verhalten beziehen. Im militärischen Kontext geht es hier um die Orientierung an Werten und Gewissen vor, während und nach...

Stress, Cortisol und kognitive Leistungsfähigkeit im Einsatz - Wie wirkt sich Stress auf unsere Entscheidungen aus?

Stress begegnet uns ständig – besonders in Situationen, in denen schnelle und weitreichende Entscheidungen getroffen werden müssen. Doch was passiert eigentlich in solchen Situationen mit unserer Entscheidungsfähigkeit? Ein Experiment der WHU zeigt sehr anschaulich, wie stark Stress unsere Entscheidungen beeinflussen kann. In der Studie mussten Teilnehmende unter Zeitdruck Entscheidungen zur Verteilung fiktiver Ressourcen treffen. Gleichzeitig wurden sie mit emotional aufgeladenen Bildern oder störenden Geräuschen konfrontiert. Die Ergebnisse zeigen, dass störende Geräusche allein kaum Einfluss auf die Entscheidungsqualität hatten. Deutlich anders sah es bei starkem Zeitdruck und emotionalen Reizen aus. Diese Faktoren lösten messbare Stressreaktionen aus – und je höher das Stressniveau , desto schlechter wurden die Entscheidungen. Ressourcen wurden zunehmend suboptimal verteilt. Spannend ist aber: Ein moderates Maß an Stress kann durchaus hilfreich sein. Leichter ...

13. Mentale Vorbereitung und Simulationstraining: Psychologische Grundlagen von Einsatztrainings

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Autoren: Emma Eue & Jan Hendrik Renfordt „Es ist unendlich wichtig, dass der Soldat […] diejenigen Erscheinungen des Krieges, die ihn beim ersten Mal in Verwunderung und Verlegenheit setzen, nicht erst im Kriege zum ersten Mal sehe […].“  (Carl von Clausewitz, 1832, zitiert nach  Hoitz  et al., 2013, S. 302) .   Viele Jahre sind vergangen, seit militärische Simulationen noch mit Karten, Modellen und Manöverkritik auskommen mussten. Heute versprechen Simulationsanlagen, Virtual Reality und Künstliche Intelligenz ein möglichst realitätsnahes Abbild moderner Kriegsgeschehen (Marino, 2025). Doch wie setzt die Bundeswehr diese Methoden in der Ausbildung ihrer Soldatinnen und Soldaten ein – und wo endet sinnvolle Vorbereitung und birgt eventuell sogar Risik en ? Diesen Fragen geht dieser Blogbeitrag nach und wirft dabei einen psychologischen Blick auf die simulierte Welt der Algorithmen, Nullen und Einsen.   Simulationstraining bei der Bundeswehr   Rauch im C...